Sonntag, 28. August 2011

Belize City


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Belize? Furchtbar!
Selbstverständlich war die Hinfahrt wieder sauätzend. An der Grenzstadt Chetumal stieg ich bei brühender Hitze in einen belizischen Bus, der ungefähr so ist wie ein amerikanischer Schulbus aus den 50ern, dementsprechend gänzlich ohne Klimaanlage oder jeglichem Komfort. Damit holpert man also stundenlang durch die Pampa un alle paar Minuten hält der Bus, weil jemand ein- oder aussteigen will.
Irgendwann spätnachmittags kam ich endlich in Belize City an, der grössten Stadt im ganzen Land – Einwohneranzahl: 70.000…
Die Stadt selbst ist unglaublich verranzt und anders als Havanna beispielsweise erkennt man nicht die ursprünglich schönen Gebäude mit gewissem Charme, nix da, das sind kleine Hütten, die notdürftig mit Wellblech und Holzbrettern zusammengezimmert wurden. Auch die Straßen sind sehr verdreckt. Belize City liegt zwar am Meer, hat aber leider kein Strand sondern nur eine mickrige Promenade. Ansonsten ist hier alles sehr religiös, alle zwanzig Meter sieht man Kirchen, Kapellen oder katholische Schulen.
Da ich das überaus freundliche und höfliche Wesen der Mexikaner gewöhnt war, schockierten mich die Belizianer doch ein bisschen. Ein Mann, an dem ich vorbei lief, vollbrachte das Kunstwerk, in drei Sätzen ungefähr 50 Mal das Wort “Fuck” in verschiedensten Variationen unterzubringen. Respekt. Auch sonst kamen mir die Leute latent aggressiv vor. Zum ersten Mal überhaupt auf meinem Trip fühlte ich mich als allein reisende Frau nicht wirklich sicher und ich achtete drauf, vor Einbruch der Dunkelheit in meiner Jugendherberge zu sein. Die, geführt von einem verrückten Kalifornier, definierte für mich den Begriff “Sauberkeit” übrigens
komplett neu.
Nichts wie weg hier! In der Nähe von Belize City gibt es eines der schönsten Riffs auf der Welt, wo man wunderbar schnorkeln und tauchen kann. Ich entschied mich aber dagegen. Mal davon abgesehen, dass hier, gemessen mit Mexiko, alles unglaublich teuer ist, war mir einfach unwohl zumute. Ausserdem wollte ich endlich mal in D.F. ankommen – endlich mal nicht mehr jeden Tag wo anders sein (das wird langsam anstrengend..) und endlich mal meinen Freund, den ich damals in San Sebastián kennenlernte und seit geschlagenen drei Jahren nicht gesehen habe, wieder treffen.
Nach nicht mal 24 Stunden machte ich mich also in dem Trödelbus auf nach Guatemala.

Wortspiel des Tages: "I can't Belize it!" Alter Schwede...










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