Samstag, 20. August 2011

Comunidades indígenas in Chiapas

Am nächsten Tag machte ich von San Cristóbal aus eine Tour in die zwei der comunidades indígenas, der indigenen Communities, also Mayadörfern. Wir waren, inklusive Führer, der selbst aus einem der Dörfchen stammte, nur zu viert. Zuerst waren wir in Zinacantán in dem Haus einer Mayafamilie. Uns wurde ausführlich erklärt, welche Trachten zu welchen Anlässen, in welchem Alter oder sozialen Stand getragen werden. Traditionell Essen über einer Feuerstätte gekocht gab es auch zu probieren. Das war alles ganz interessant, leider stand im Endeffekt der kommerzielle Aspekt wieder im Vordergrund, weil die Familie dann versuchte, so viele ihrer hergestellten Waren wie möglich zu verkaufen. Ist natürlich verständlich, weil das so ziemlich die einzige Einnahmequelle ist, war aber trotzdem etwas traurig.
Der zweite Punkt auf der Tour war San Juan Chamula, was um einiges spannender war. Wir gingen dort in eine Kirche der Maya – photographieren war leider, leider verboten.
Die Familien beten dort in 20-30minütigen Ritualen für ihre Angehörigen, die Kranken und so weiter. Man darf sich das folgendermassen vorstellen: Fast der ganze Boden ist mit Heu ausgelegt, an den Seiten reihen sich in kleinen Schränken alle denkbaren Heiligen in Puppengestalt und überall brennen Kerzen. Überall! Tausende! Dass die Kirche mit dem ganzen Heu nicht abfackelt... Eine Frau mit Hühneropfern hab ich auch gesehen aber schnell wieder weggeguckt. Wenn eine Familie mit dem Beten (halblaut in einer der Mayasprachen mit dem Namen Tzotzil) fertig ist, kratzt ein Typ, der da arbeitet, mit einem Schaber alle Kerzen- und Wachsreste zusammen um Platz zu machen für die nächsten. Den Einfluss der Spanier merkt man am Schluss: Dort wird sich nämlich bekreuzigt. Am kuriosesten sind aber die Softdrinkflaschen – da die Maya glauben, durch das Rüplsen Dank der Kohlensäure alles Böse aus dem Körper zu vertreiben, werden fleissig Cola, Fanta, Sprite, 7up und Co. konsumiert. Ist wirklich lustig, die traditionelle Kleidung, Heu, Kerzen, beten… und dann Coca Cola dazu.
Am Ende besichtigen wir noch einen alten Friedhof, das wars dann. War echt interessant, alles mal zu sehen. Allerdings taten mir gerade die Betenden ziemlich leid, die dort Ruhe bewahren mussten, während die ganzen Touris gaffend durch die Kirche rennen. Zumindest haben die Maya einen finanziellen Vorteil davon, weil man Eintritt zahlen muss. Aber ob so auf ewig die Traditionen erhalten bleiben..?






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