Sonntag, 14. August 2011

Guadalajara, México

Endlich, endlich Mexiko!
In Guadalajara verbrachte ich insgesamt vier Tage, die um einiges cooler waren als jegliches Erlebnis in Kuba.
Wer am Flughafen landet, zieht dort erstmal ein Ticket für das Taxi, damit man nicht bar bezahlen muss. Dies dient der Sicherheit; bisher hatte ich aber in ganz Mexiko nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl, auch nachts nicht.
Meine Freundin wohnt direkt im Zentrum, wenige Minuten von der Kathedrale und dem Theater entfernt. Ausserhalb des Zentrums ist die Stadt nicht wirklich schön und eher industriell geprägt – eigentlich mag ich das ja nicht so, aber endlich wieder Zivilisation!
Essen gibt's hier auch an jeder Ecke. Die meisten Tacostände stinken zwar nach altem Fett, aber da ich mit Leuten unterwegs war, die sich auskennen, sind wir zu einem netten, kleinen Straßenstand weiter entfernt zum Essen gegangen. Es ist hier alles so unglaublich billig! Für umgerechnet 6-7 Euro wurden wir zu dritt locker satt. Im Allgemeinen ist für einen Europäer Mexiko finanziell gesehen das Paradies. Pulli vergessen mitzunehmen? Schnell einen kaufen, kost' ja nix! (Übrigens, als ich genau das tat, bekreuzigte sich die Verkäuferin beim Annehmen des Geldes. Merkwürdige Sitten.)
Sehr gut gefallen hat mir auch der Mercado San Juan, der angeblich grösste überdachte Markt weltweit. Der ist auch wirklich vollgestopft, und es gibt bei weitem nicht nur Essen sondern wirklich zahllose Stände, die gebrannte DVDs, Klamotten, Schuhe (echte und Fakes) und ähnliches verkaufen. Hab mir gleich mal ein Paar neue Chucks gegönnt :-)
Allerdings muss man echt aufpassen, ich wurde nämlich direkt am zweiten Tag in Guadalajara beim Kauf von zwei T-Shirts schon über's Ohr gehauen. Die Shirts bezahlte ich mit einem 500 Pesos-Schein und verliess den Laden. Ich war erst 20 Meter entfernt, da kam mir einer der Angestellten hinterher gelaufen und meinte, ich hätte mit einem falschen Schein bezahlt. Etwas verwirrt und bestürzt folgte ich ihm zurück, wo der Chef an der Kasse mir den Schein zeigte und demonstrierte, dass man das Bild etwas abkratzen konnte. Als ich den Schein Zuhause noch mal unter die Lupe nahm, fiel mir auch auf, dass das Wasserzeichen anders war und der Schein etwas in der Grösse von den anderen abwich. Im Laden selbst nahm ich mein vermeintliches Falschgeld zurück und bezahlte erneut. Schon da war ich etwas stutzig, weil er mir das nicht direkt gesagt hatte, sondern erst, nachdem ich ihn schon den Rücken zugedreht hatte, sagte aber nichts. Als ich das später dem Freund meiner Freundin, einem Mexikaner, erzählte, meinte er, das war garantiert der Chef, da ich den Schein direkt von der Bank hatte. Er empfahl mir, gleich am nächsten Tag mit der Polizei in den Laden zu gehen und Stunk zu machen. Ursprünglich hatte ich das auch vor, am Ende entschied ich mich aber dagegen um den Tag zu nutzen und mit meiner Freundin nach Tequila zu fahren. Arrogant wie es klingt, 500 Pesos sind keine 30 Euro und deswegen wollte ich mir nicht den Aufenthalt verderben.
Nach Tequila, einem Dorf nur 40 km entfernt, wo – Überraschung! - der Tequila herkommt, brauchten wir hin und zurück jeweils über 2,5 Stunden! Sowas gibt es auch nur in Mexiko. Leider verlor ich auf dem Weg dorthin meine Kamera. Vermutlich war sie aus der Tasche gefallen und als wir zurück in den Bus stürmten, hatte sie schon einer genommen. Zum Glück hatte ich den Großteil der Photos schon abgespeichert und eine Ersatzcam dabei, ärgerlich ist es trotzdem (und so konnte ich von Tequila keine Bilder schiessen). Tequila selbst ist ein kleines Dorf, recht touristisch, in dem man nicht viel machen kann, ausser die Fabriken zu besichtigen. Und das haben wir auch getan. Wir bekamen eine Führung durch die José Cuervo-Anlage, durften da verschiedene Tequilasorten probieren und am Ende gab's Margharita. Die Tour selbst war recht interessant, kam einem aber eher vor wie eine große Werbekampagne für José Cuervo. War aber auch fast zu erwarten.
Das war's mehr oder weniger von Guadalajara. Wirklich eine nette Stadt, trotz der hässlichen, industrielleren Parts, aber knappe vier Tage reichten dann auch. Der Rest von Mexico's calling!






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