Montag, 15. August 2011

Guanajuato

Mexikanische Männer sind wirklich unglaublich freundlich, höflich und hilfsbereit!
Noch auf dem Weg zum guadalajarischen Busbahnhof lernte ich zwei Brüder kennen, die mich mit Fragen über mich selbst und über Europa nur so löcherten. Der eine trug dann meinen schweren Rucksack. In Guanajuato angekommen fragte ich einen Jungen im Bus nach einem bestimmten Platz. Da er auch dorthin musste, gingen wir zusammen und auch er trug meinen Rucksack! So kann’s gerne weitergehen. Am Plaza angekommen lernte ich auch eine Freundin von ihm kennen, die mir erklärte, wie ich zum Hostal käme. Beide luden mich ein, mit ihnen gleich was trinken zu gehen und nannten mir den Namen der Bar.
Ich liess schnell mein Gepäck in der Jugendherberge (hatte da zwar einen Dorm, aber war alleine juhu!) und suchte die Bar, um ein Bierchen mit ihnen zu trinken. Insgesamt waren wir ungefähr 7-8 Leute und aus einem Bier wurden doch mehrere und (zum ersten Mal in meinem Leben) Mescal. Den gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Litschi, Rosenblätter, Mango und weiss der Teufel, schmeckt aber alles furchtbar und macht einen irren Kopf am nächsten Tag. Da bleib ich lieber beim altbewährten Tequila, da weiss man, woran man ist.
Entsprechend k.o. traf ich tags darauf in der kleinen Stadt zufällig wieder auf die beiden, den Typen, der meinen Rucksack getragen und das Mädchen, das mir die Richtung zum Hostal genannt hatte. Sie zeigten mir die Stadt.
Guanajuato ist ein wirklich entzückender Ort, nur sehr hügelig, man muss also kräftige Waden haben, wenn man hier länger unterwegs sein will. Es ist ebenfalls UNESCO Welterbe und die Stadt bemüht sich auch, dies zu wahren, nirgends findet man beispielsweise Ampeln. Trotzdem – oder gerade deswegen – funktioniert der Verkehr reibungslos. Sehr bunt ist Guanajuato auch. Wir stiegen zu dritt auf den Berg zu der Statue („Pílpila“, der sich angeblich gegen die Spanier geopfert hatte, um Guanajuato die Unabhängigkeit zu bescheren), war ganz schön anstregend und steiler, als ich vorher dachte. Die armen Leute, die da oben wohnen und das täglich machen müssen! Aber angekommen, belohnt einen die Sicht auf die ganze Stadt. Desweiteren zeigten mir die beiden das Callejón del Beso („Kussgässchen“), in dem sich der Legende nach Folgendes abgespielt hatte: Ein armer Junge und ein reiches Mädchen, die gegenüber wohnten, durften sich nicht sehen, weil ihr Vater es verbat. Also trafen sie sich heimlich auf den Balkonen, die sich fast berühren. Als der Vater das herausfand, erschlug er seine Tochter. Der Junge beging Selbstmord. Dramatisch, nicht?
Die Stadt hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, wirklich schön anzusehen. Diego Riveras Geburtshaus ist hier auch. Guanajuato beim Mexicobesuch also keinesfalls auslassen! Es lohnt sich wirklich und auch das Nachtleben ist nicht ohne...






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