Freitag, 12. August 2011

Weiterreise

Ausreise aus Kuba und Einreise in Mexiko gestalteten sich, allen Erwartungen entsprechend, auch nicht ganz einfach.
Mit der normalen EC-Karte konnten wir in ganz Kuba nicht abheben, weder am Automaten noch am Schalter, und da wir keine andere besassen, kamen wir am Ende ganz schön in die Bredouille. Zum Glück hatten wir ausreichend Mexikanische Pesos und Euro zum Tauschen dabei, um das letzte casa particular und die nicht grade billige Taxifahrt zu bezahlen. Am Airport Havannas angekommen stellte sich heraus, dass wir pro Kopf weitere 25 CUC (ungefähr 17,50 Euro) Flughafengebühren zahlen mussten, die wohl weltweit immer schon im Ticketpreis enthalten sind, doch wo Kuba natürlich wieder eine Ausnahme bildet. Mit unseren letzten Ersparnissen konnten wir diesem Land endlich entkommen.
Mir wurde, als ich noch in Deutschland war, eine E-Mail geschickt, in der ich über seltsame Änderungen in Sachen Abflugszeiten Kuba/Mexiko informiert wurde. Ich möge doch antworten, dann würde mir ein neues Ticket geschickt werden. Auf meine Antwort hin kam aber nichts. Also auf gut Glück weiterreisen.
In Havanna gab es auch keine weiteren Probleme. Wir beide mussten auf dem Weg nach Guadalajara in Mexiko-Stadt umsteigen. Übliche Prozedur ist dabei, dass man das Gepäck dort in Emfpang nehmen und noch mal aufgeben muss. Automatisch wird es nicht weitergeleitet.
Da meine Freundin nur eine Stunde Aufenthalt in D.F. (=Mexiko-Stadt) hatte und mir dagegen 3,5 Stunden blieben, wurde sie in der Schlange der Passkontrolle vorgelassen. Ich wartete in aller Seelenruhe, holte meinen Rucksack, der noch mal durchleuchtet wurde und drückte auf den Knopf, der nach Zufallsprinzip grün oder rot aufleuchtet und nach dem Schema dann stichprobenartige Durchsuchungen vorgenommen werden.
Dies alles erledigt, ging ich zum Schalter, um mein elektronisches Ticket in ein richtiges zu tauschen und hier fingen die Probleme an. Anscheinend hatte man meinen Flug von 20:30 Uhr auf 18:00 umgebucht (als ich das erfuhr, war es 17:55), also die gleiche Maschine, die auch meine Freundin transportierte. Nach einigem Hin und Her buchte man mich erneut um, dieses mal auf 19:00 Uhr. Mir blieb also eine Stunde Zeit, um meinen bereits verfrachteten Rucksack zu suchen, damit der in meinem Flugzeug landete. Ich wurde durch den ganzen Flughafen geschickt, passierte mehrere Sicherheitskontrollen, um eine halbe Stunde später irgendwo hinter den Kulissen bei Mitarbeitern meiner Gesellschaft Aeroméxico zu stehen, die darauf warteten, dass jemand im Frachtraum meinen Rucksack finden würde. Schliesslich bekam ich das OK und hetzte zum Gate, wo das Boarding grade begann. Im Endeffekt war der Rucksack übrigens doch in der früheren Maschine, haha. Dieses Mal war es das Gegenteil vom Beginn meiner Reise gewesen: Hetzen statt warten. Naja, so kam ich wenigstens früher als erwartet in Guadalajara an.
Hier wohnte ich in dem Haus, in dem meine Freundin ein Zimmer hat. Normalerweise ist Platz für sechs Personen, die meisten waren aber kürzlich erst ausgezogen. Das Haus selbst ist total zentral gelegen, wirklich gut. Die Decken hier sind mindestens vier Meter hoch und man merkt, dass man in Mexiko ist: grosse Teile sind unüberdacht. Ist eigentlich ein echt guter Ort zum wohnen, ausser, dass gleichzeitig mit uns auch eine überdimensionale Ratte einzog, die es sich in der Küche gemütlich machte. Aber mit sowas hat man wohl zu rechnen.

Keine Kommentare: