Mittwoch, 14. September 2011

Guatemala und die Funktionalität von Maestrokarten..

Also, dass man auf Kuba eventuell Probleme mit dem Geld abheben bekommt, ist ja die eine Sache, aber auch in Guatemala? Damit kann doch keiner rechnen…

Als ich am Freitag in Flores, Petén versuchte, mit meiner Maestro Karte Geld zu holen, bekam ich es langsam mit der Angst zu tun, denn kein Bankautomat funktionierte. Ein Tuk-Tuk-Fahrer (eine Art Taxi, wie ein Motorrad mit Anhänger) fuhr mich von der Insel Flores rüber nach Santa Elena, da dort ie Wahrscheinlichkeit, es könne funktionieren, höher war. Nachdem ich von einer Bank in die nächste geschickt wurde (“Hast du es schon dort probiert? Da geht es bestimmt.” – “Ja, die haben mich grad hierher geschickt.” – “Also hier kannst du nicht abheben, aber versuchs doch mal bei der Bank” – “Aber die haben mich doch grad zu Ihnen geschickt..”) Der Trip nach Santa Elena endete damit, dass ich mit den Tränen kämpfend vom Tuk-Tuk-Fahrer umsonst zurück nach Flores gebracht wurde - ich hatte kein Bargeld mehr, um ihn zu entlöhnen. Glücklicherweise blieben mir 600 Mexikanische Pesos als Notgroschen, die ausreichten, um das Zimmer und Essen zu bezahlen. Mein Ticket nach Antigua, nahe Guatemala City, hatte ich auch schon und alle Welt sagte mir, da könne man VERMUTLICH leichter mit Maestro abheben. Ganz sicher wusste es aber auch keiner.
Samstag hier in Antigua angekommen, stellte sich heraus, dass diese Vermutungen nicht der Wahrheit entsprachen. Aus einem alten Blog im Internet hatte ich mir die Adresse einer Bank, die Maestro akzeptiert, aufgeschrieben. Leider hatte die schon vor Jahren mit einer anderen fusioniert und existierte dementsprechend nicht mehr.
Gegen 10:00 Uhr Ortszeit, 16:00 Uhr in Deutschland, fing ich an, die ganze Familie aufzuscheuchen, damit sie mir via Western Union Geld zukommen liessen. Mit umgerechnet noch 8 Euro in der Tasche lebt es sich nicht so gut auf Dauer… Western Union Büros gibt es hier einige, offensichtlich bin ich nicht die einzige, die in der Hinsich Probleme hat. Leider hatte meine Mutter keinen Account bei Western Union und da der erst verfiziert werden musste (und das am Wochenende) guckte ich ziemlich blöd aus der Wäsche. Nachfragen in dem einen Büro bestätigte: Das Geld war nicht da.
Also fing ich an, mich innerlich auf zwei Tage nur Wasser und mit viel Glück Toastbrot einzustellen, kein Mexico City und der Ausflug auf den Vulkan höchstens auf Pump. Nach halb 2 Uhr Ortszeit hatte das eine Western Union Büro auch schon zu. Mehr durch Zufall kam ich an einem weiteren am Hauptplatz vorbei, das erst um 14:00 Uhr schliessen würde. Da ich zwei Tagen absoluter Langeweile ins Gesicht blickte, beschloss ich aus Jux und Tollerei, einfach noch mal nachzufragen. Beinahe wäre ich auch wieder gegangen, da ich so lange warten musste, aber ich hatte ja eh nichts besseres zu tun. Und es geschehen doch noch Zeichen und Wunder: Das Geld war da! Last Minute, direkt vor Feierabend, war ich wieder eine reiche Frau! Was ein Gefühl! Und wieviel Glück muss man haben…
Moral von der Geschicht’: Verlasse dein Land (oder zumindest Europa) nie mit nur ‘ner Maestro Karte im Gepäck. Gibt so tolle Erfindungen wie MasterCard, Visa, Traveller’s Cheques oder auch amerikanische Dollar als Bargeld. Wieder was gelernt, nur, warum kann man nicht vorher schlau sein und muss immer erst den Fehler machen??
Bisher kannte ich nie den Unterschied zwischen Maestro und Master. JETZT schon.

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