Mittwoch, 14. September 2011

Pacaya, Guatemala


Da mir wärmstens ans Herz gelegt worden war, eine Tour auf einen der zahlreichen Vulkane um Antigua herum zu machen, rang ich mich dazu durch. Mist.
Man hatte zwei Optionen: entweder in aller Herrgottsfrühe um 6 Uhr zu starten oder erst um 14 Uhr, logischerweise wählte ich letztere. Dies stellte sich leider als schlechte Idee heraus, denn kurz nach unserer Ankunft auf halber Höhe, zu der die Gruppe mit einem Bus gebracht wurde, begann es auf apokalyptische Art und Weise zu gewittern. Da macht Vulkan besteigen doch erst recht Spaß! Also kauften alle tapfer "Ponchos" (nichts weiteres als ein Stück Plastik mit Loch für den Kopf) und dann stapften wir los, dem Führer hinterher. Begeleitet wurden wir neben einem Hund die meiste Zeit auch noch von zwei Pferden, einerseits konnten Ermattete den Service nutzen, andererseits wohl auch, da mit Unfällen durchaus zu rechnen ist. Wie durch ein Wunder kamen alle oben wie unten ohne größere Schäden an.
Bei strömendem Regen und starken Windböen kraxelten wir den beschwerlichen, unbefestigten und somit absolut rutschigen und zu allem Überfluß noch unglaublich steilen Weg hinauf, um den Vulkan zu erklimmen. Nach weit über einer Stunde waren wir an unserem Ziel angekommen. Leider darf man heutzutage nicht mehr auf den Gipfel. Der Pacaya ist übrigens ein aktiver Vulkan; der letzte Ausbruch war im Mai 2010. Durchnässt und halb erfroren versuchten wir, einem der eigentlichen Happenings nachzugehen: Marshmallows grillen in den dampfenden Öffnungen. Dass der Erfolg ausblieb, verwundert kaum. Zu guter Letzt konnte man noch in eine Spalte klettern, die so tief war, dass in der Tat nur noch der Kopf hinausschaute. Angenehm warm, wie in der Sauna – und danach war einem doppelt so kalt.
Der Abstieg war gefährlicher, aber schneller. Halb rennend, springend, rutschend und fluchend schlitterten wir wieder hinab. Resumee: Einen Vulkan zu besteigen macht bestimmt, trotz Strapazen, irre Spaß, aber nicht, wenn man oben mitten im Nirgendwo steht und alle Welt sich bückt, um bei den häufigen Blitzen nicht der höchste Punkt zu sein. Es sei verbucht als Erfahrung.








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