Samstag, 3. November 2012

Lou Reed - Visual Thoughts

Heute war in den Räumen von Frank Landau im Gallus die Vernissage von Lou Reeds Photoausstellung "Visual Thoughts". Im Vorfeld wurde angekündigt, der Musiker würde persönlich vorbeikommen und seine Texte lesen. Als absoluter Fan (gerade läuft bei mir auch wieder die klasse LP "Transformer") ging ich frühzeitig hin. Leider war die Veranstaltung für den gemeinen Pöbel erst ab 19:00 geöffnet, also hieß es erstmal frösteln. Als dann die Türen für alle aufgingen, füllten sich die Räumlichkeiten schnell. 
Lou Reed ließ auch nicht lange auf sich warten und erschien um 19:15. Der New Yorker mit den großen, traurigen Augen war komplett in schwarz gekleidet und hielt passenderweise eine schwarze Coke Zero-Dose in der Hand. Zusammen mit seinem Manager und dem Kurator liefen sie durch die Ausstellung und unterhielten sich im gedämpften Ton über die Werke. Umringt wurden sie von einer recht penetranten Masse von Photographen und Fans, die jeden einzelnen Schritt dokumentierten. Reed zeigte sich davon allerdings ziemlich unbeeindruckt und ignorierte den Rummel gänzlich. Kurz vor halb 8 setzte er sich an einen Holztisch. Der Kurator hielt eine längere Rede auf englisch und dankte dem Künstler, trotz Widrigkeiten wie Hurrikan Sandy gekommen zu sein und wechselte auf Anweisung Lou Reeds dann ins Deutsche. Lou Reed selbst war sehr wortkarg und die wenigen Sätze, die er sprach, waren ganz leise und nur von der unmittelbaren Umgebung vernehmbar. Ich saß direkt vor dem Tisch auf dem Boden und hörte kaum etwas. Reed wirkte auf mich sogar noch kauziger, knorziger und verschrobener, als ich erwartet hätte. Trotzdem macht ihn das nicht unsympathisch. Er unterschrieb seine Bücher, die man dort erwerben konnte und sehr unwillig (teilweise einfach nur mit Zickzacklinien) ihm vor die Nase gehaltenen Zettel. Eine Frau, die wollte, dass er ihr ein Autogramm auf den Arm gebe, wiegelte er ab. Als sie insistierte, knurrte er "No means no." und das Thema war erledigt. Er holte selbst eine Kamera und begann, die ihn knipsende Menge zu filmen. Langsam lichtete sich der Pulk auch etwas und gegen 19:45 erhob sich Reed, um sich mit seinen Bekannten wieder über die Photos zu unterhalten. Inzwischen waren sie auch weitaus unbehelligter. Nach ziemlich genau einer Stunde verschwand der Sänger wieder.
Insgesamt ein etwas merkwürdiger Auftritt. Gedichte und Texte gibt's angeblich morgen um 18:00 in den Räumen. Und um 15:00 schreibt er Autogramme im Café Kunstverein. Kann mir nach dem heutigen Abend kaum vorstellen, dass Lou Reed gerne etwas von sich vorliest, aber lassen wir uns überraschen!

Update/Die genauen Termine für morgen:
Signing "Rhymes" im Café Kunstverein um 16:00
Lou Reed reads Lou Reed bei Frank Landau um 19:00




Today was the vernissage of Lou Reed’s exhibition of photos in the space of Frank Landau at Gallus quarter. It had been announced previously that the musician would attend personally and read some of his written work. As a total fan (right now I’m listening to the great LP “Transformer”) I went there early. Sadly the event only opened at 19:00 for the mean rabble so I had to wait in the freezing cold. As the doors finally unbolted the area filled quickly with people.
Lou Reed didn’t let us wait long and appeared at 19:15. The New Yorker with the huge sad eyes was dressed completely in black and fittingly he had a black can of Coke Zero in his hand. Together with his manager and the curator he walked through the exhibition talking in hushed voices about his work. They were surrounded by a pretty penetrating crowd of photographers and fans who documented every step they made. Reed was unimpressed by the hype which he ignored completely. Around half past seven he sat down at a wooden table. The curator did a speech in English and thanked the artist who came despite of hurricane Sandy but skipped after the instruction of Lou Reed to German. Lou Reed himself was very taciturn and the few phrases he said could only be heard by his immediate ambit. I was sitting on the floor directly in front of the table and barely understood a word. Reed seemed even grumpier and odder than I had expected him to be. Still, this didn’t make him unsympathetic. He signed his books you could buy there and pretty unwillingly he gave autographs (sometimes only zigzags) at the random papers the people put under his nose. He appeased a woman who wanted him to sign her arm. As she insisted he snarled “No means no!” and the topic was done. He took his own camera and started to take photos of the clicking masses. Slightly the pile started to thin out and around 19:45 Reed got up to talk with his acquaintance about his pictures again. Meanwhile they were unmolested by people. After an hour he disappeared.
Altogether this was a weird appearance. Allegedly there’ll be poems and texts tomorrow at 18:00 at Frank Landau’s. At 15:00 Reed will be signing autographs at Café Kunstverein. After tonight I really can’t imagine Lou Reed to be gladly reading some of his work, but he might surprise us!
 





Preisliste









Der Mann, der nicht lächelt

Die Meute

Retourkutsche




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