Dienstag, 3. September 2013

Frankfurter Bürger und Anekdoten

Ein schillernder Stern am elektronischen Nachthimmel war Markus Löffel, besser bekannt als Marc Spoon, aus Sossenheim. Der exzentrische DJ und Musikproduzent, der mit “Right in the Night“ den Sound des Eurotrashs mitprägte, war für seine Ausfälle und Drogenexzesse bekannt. “Du bist ein Arschloch!“, gehörte zu seinen Lieblingsaussagen. Als ihm der Champagner in einem italienischen Restaurant nicht mundete, ließ er sich Schampus aus dem Luxushotel Adlon bringen und zündete dann seine Zigarren mit Geldscheinen an.

Wahlfrankfurter Arthur Schopenhauer war im Gegensatz dazu als Frauenfeind und Sonderling verschrien. In seinem Haus in der Schönen Aussicht 16 fand ihn ein Bekannter kurz vor Neujahr, wie er seine gesamte briefliche Korrespondenz verbrannte. Seine trockene Antwort auf die erstaunte Frage des Freundes, was er den mache, lautete: “Ich beantworte die Briefe des vergangenen Jahres.“

Glück hatten Andreas Baader und Gudrun Ensslin im Jahre 1968. Nach der Brandstiftung in zwei Kaufhäusern auf der Zeil prahlten sie im nahe gelegenen Club Voltaire mit ihrer Aktion. Dort waren offensichtlich Gleichgesinnte, die sie nicht verrieten. Trotzdem verurteilte man sie später für die Straftat.
Stefan Aust - Der Baader-Meinhof-Komplex

Schlechter traf es da Vinzenz Fettmilch. Der Protest des Anführer vom sogenannten Fettmilchaufstandes richtete sich ursprünglich gegen die Patrizier der Stadt, später veranlasste er aber Plünderung und Vertreibung der Frankfurter Juden. Fettmilch wurde dafür enthauptet, gevierteilt und sein Kopf mit anderen Mitangeklagten auf den Frankfurter Brückenturm aufgespießt.
Quelle

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