Dienstag, 3. September 2013

Mehr Frankfurter Bürger und Anekdoten

Einen öffentlich ausgetragenen Streit gab es zwischen Christiane von Goethe und Frankfurterin und Goetheverehrerin Bettina von Arnim. In einer Ausstellung des Künstler Johann Heinrich Meyer äußerte sich von Arnim abfällig über die Werke. Christiane beschimpfte sie daraufhin als “wahnsinnige Blutwurst“ und riss ihr die Brille von der Nase.

Goethes Mutter Catharina Elisabeth Goethe nannte ihren Sohn übrigens gern “Hätschelhans“.

Dispute gab es auch zwischen dem Frankfurter Ludwig Börne und Heinrich Heine, der mehrfach in Frankfurt verweilte und seinen früheren Freund und späteren Kontrahenten hier auf einer Messe zum ersten Mal erblickte. Nach Börnes Tod schrieb Heine “[…] ich wäre vielleicht nachgiebig genug gewesen, mit Börne wieder zu sprechen und Umgang zu pflegen […] aber ein Blick auf seine Umgebung, auf seine lieben Getreuen, auf den vielköpfigen und mit den Schwänzen zusammengewachsenen Rattenkönig, dessen Seele er bildete, und der Ekel hielt mich zurück von jeder neuen Berührung mit Börne.“

Goethe war eindeutig der größere Frauenheld, aber auch Theodor W. Adorno ließ sich nicht lumpen. An einer Ampel in Bockenheim wartend wurde er auf eine junge, hübsche Blondine aufmerksam, die seine alte Ehefrau verdeckte. Kurzentschlossen nahm er seinen Spazierstock und schob seine Frau zur Seite, die es, wohl wissend was er tat, geschehen ließ.
Zu helfen wusste sich Adorno allerdings nicht mehr, als mitten einer Vorlesung drei junge Studentinnen die Hüllen als Protestaktion vor dem 65jährigen fallen ließen, weil er die 1968er-Bewegung nicht bedingungslos unterstützte. Das war die letzte Vorlesung, die Adorno je hielt – wenige Wochen später starb er an einem Herzinfarkt.

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