Sonntag, 6. Oktober 2013

Klabunt

Berger Straße 228 (U-Bahn Bornheim Mitte)
Täglich ab 18:00 Uhr


Gefühlt „schon immer“ heißt es, die Titanic-Kneipe Klabunt müsse ausziehen und gefühlt „schon immer“ ist es „jetzt bald“ soweit. Sei’s drum, noch ist das Klabunt da, wo es hingehört.

Innen hängen in der Kneipe, die neben der lokalen Küche vor allem die Worte Satire und Schnaps groß schreibt, zahlreiche, amüsante Cartoons. Mit den alten Holzmöbeln ist das Klabunt innen sowie draußen auf der Terrasse keines der inflationär aus dem Boden schießenden 08/15 „Sehen und gesehen werden“-Restaurants der Berger, sondern eine urige Kneipe im positivsten Sinne. Nicht selten lernt man seine Tischnachbarn kennen.
Die Getränke sind zumindest im Sommer, seien es Licher (kurios: beim Überprüfen der Rechnungen kostete das 0,4l Bier erst 2,90 € und sechs Tage später 3,50 € – hm…), Ebbelwoi (0,5l zu 3,00 €), Goller dunkel im Steinkrug (0,5l zu 3,50 €) oder das Schlappesebbel, das manchmal angeboten wird, immer etwas zu warm. Die Kellner sind nicht die Schnellsten, dafür halten sie gerne mal einen kurzen Schwatz mit den Gästen, anstatt sie wie in der üblichen, systematischen Gastronomie lediglich abzufertigen.
Die reguläre Karte im Klabunt ist eher übersichtlich. Das Frankfurter Schnitzel (11,50 €) ist im Verhältnis zu Größe und Qualität eher mittelmäßig, aber die Soße beim Apfelrahmschnitzel (11,50 €) ist wirklich saftig-gut. Die Tageskarte bietet Abwechslung, vorausgesetzt, man kann die Schrift entziffern. Oft und gern werden hier Bio-Speisen angeboten und scheinbar ist neben Satire und Schnaps der Apfel ein weiteres Standbein des Klabunts, denn kaum ein Gericht wird ohne serviert. Da wäre zum Beispiel der Dippelabbes (13,80 €), eine Spezialität aus dem Saarland, wie wir uns aufklären lassen. Das Ganze ist eine Art Kartoffel-Lauch-Hack-Kuchen mit Äpfeln, Apfelmus und Grüner Soße, auch der gereichte Salat trägt Apfelscheiben.  Diese Art Auflauf ist ein Potpourri verschiedenster Zutaten aber wirklich lecker, wird von dem beiliegendem Apfelmus aber noch getoppt. Auf Empfehlung probieren wir auch den Handkäs‘ mit ROTER Musik (4,50 €) – zweifelsohne einer der besten der Stadt. Man kann leider nicht behaupten, im Klabunt essenstechnisch nie einen Fehler zu machen, aber für gewöhnlich ist’s hier wirklich gut, nur für das Schnitzel würde ich andere Lokalitäten empfehlen.
Kleiner Hinweis am Rande: Die Schnäpse der umfangreichen Brandkarte sollte man nicht unterschätzen.


Fazit: Das Klabunt ist ein Laden, der hie und da immer mal kleinere Fehlerchen macht – und genau DER Laden, dem man sie auch gerne verzeiht.


 






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