Montag, 14. Oktober 2013

Reisefüher San Sebastián - Gastronomie: Regionale Spezialitäten

Idiazabal
Der Idiazabal-Käse ist eine typische Spezialität aus dem Baskenland und Navarra, als Namensgeber dient eine kleine 2000-Seelen-Ortschaft in Gipuzkoa. Der aus Schafsmilch der Rasse „Latxa“ hergestellte Hartkäse ist leicht pikant und sowohl in geräucherter als auch ungeräucherter Variante erhältlich. Jahr für Jahr gibt es Wettbewerbe, bei denen der beste Idiazabal hohe Geldprämien gewinnt. In dem Dorf Idiazabal gibt es sogar ein Käsemuseum. Jährlich werden aus über 7.000.000 Liter Schafsmilch mehr als 1000 Tonnen Käse gewonnen.



Sidra

Sidra, der spanische Apfelwein, wird in Spanien hauptsächlich im Norden angebaut. In Gipuzkoa befinden sich knapp 60 Bodegas, die Sidra produzieren.

Sidra schenkt man herkömmlicherweise mit „Schwung“ ein; die Flasche wird so hoch wie möglich über dem Glas gehalten und durch einen kleinen Strahl eingelassen. Für die weniger Geübten gibt es spezielle Verschlüsse für die Flaschenhälse, die als Hilfe zu dienen.

In Gipuzkoa, vor allem in Hernani und Astigarraga, gibt es sehr viele Sidrerías („Sagardotegia“ auf baskisch). Für einen Festpreis bekommt man ein spezielles Menü, das traditionellerweise aus Kabeljau, Rinderkotletts und als Nachtisch Idiazabal-Käse mit Nüssen besteht. Dazu wird Sidra getrunken, die Anzahl der Gläser spielt dabei keine Rolle. In den Sidrerías befinden sich riesige Fässer, die verschiedene Arten von Sidra (Unterschiede in der Lagerung, des Alters und des Geschmacks) beinhalten. Wer, der Sidra kosten will, steht auf, ruft laut „Txotx!“ und alle Durstigen folgen ihm. In jedem Fass befindet sich ein kleiner Hahn, der daraufhin vom Rufenden geöffnet wird, das Getränk spritzt in hohem Bogen heraus und jeder, der möchte, hält sein Glas darunter.

Die Saison der Sidrerías ist zwischen Februar bis Mai, im restlichen Jahr wird der Sidra aus der Flasche getrunken.



Txakoli

Der baskische Weisswein Txakoli wird aus der Rebsorte „Hondarribi Zuri“ gewonnen. Man serviert ihn auf die gleiche Art wie den Sidra, damit er dank der Oxidierung im Glas seinen Geschmack richtig entfalten kann. Die größten Anbaugebiete Spaniens befinden sich zwischen gipuzkoanischen Dörfern Getaria und Zarautz. Der Txakoli ist ein sehr junger Wein und ist in seinem Geschmack frisch und ausgesprochen säurehaltig. Anfang der 1990er wurden einige Sorten als „Denominación de Origen“, der spanischen Klassifizierung von Weinen und anderen Produkten hoher Qualität, ernannt - darunter auch der Txakoli aus Getaria - und „rettete“ damit den Qualitätsverfall dieses Weines.



Patxaran

Der größtenteils in Navarra hergestellte Patxaran erfreut sich auch im restlichen Euskadi an größter Beliebtheit. Das rosa-rote Getränk ist Schlehenlikör – daher auch der Name, der sich vom baskischen Wort für Schlehe, „basaran“, ableitet, dem Anis zugesetzt wird. Viele Bars und Restaurants bieten hauseigenen Patxaran an.



Kalimotxo

Typisch vor allem für den Norden Spaniens ist der Kalimotxo, beliebtestes Getränk der Jugendlichen: auf viel Eis wird billiger Rotwein mit Coca Cola gemischt. Ist die günstigste Alternative zu Longdrinks für alle, die kein Bier mögen.



Keler oder Heineken

Die zwei beliebtesten Biersorten in San Sebastián sind zweifelsfrei Keler und Heineken, aber was ist das wahre, baskische Garagardo (euskera für „Bier“)?

Keler existiert seit dem Jahre 1890 und wurde im Antiguo-Viertel gebraut, die Inhaber jedoch, die Brüder Kutz, sind von der Gruppe Damm, die keine Wurzeln im Baskenland, sondern vielmehr in Katalonien und Deutschland hat. Trotzdem wusste sich Keler besser zu verkaufen und macht Trikotwerbung für viele baskische Sportteams.

Heineken, die holländische Biermarke, hingegen übernahm 1999 die Grupo Cruzcampo, die ihrerseits bereits unter anderem die Brauerei Keler aufgekauft hatten. Heutzutage sponsert Heineken große Events wie Jazzaldia, das jährliche Jazz-Festival in Donosti.

Eine kleine Anekdote: Das angeblich mexikanische Bier Corona, ist eigentlich baskisch; der Gründer Braulio Iriarte Goienetxe kommt aus Navarra.



Zusammengestellt und geschrieben im Jahre 2008.

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