Dienstag, 19. November 2013

Auch Wolfgang's

Große Bockenheimer Straße 52 (U-Bahn Alte Oper)


Um das Ende vorwegzunehmen: Der Laden ist eine Katastrophe!
In der kleine Passagen seitlich der Fressgass' liegt das Auch Wolfgang's (dieser Apostrophfetisch bei deutschen Namen und Wörtern macht mich fertig). Wer also "draußen" sitzt, ist immer noch überdacht, was bei so einem Wetter nicht verkehrt ist. Wir bekamen drinnen einen etwas zugigen Tisch rechts von der Bar. Das Restaurants war außer uns beinahe leer, trotzdem war der Service heillos überfordert und eierte zwischen vergessenen Bestellungen, doppelt gebrachten Bestellungen und vollbepackt mit Essen, aber ohne Besteck, hin und her. Die beiden Mädels waren nicht unfreundlich, aber mehr als ein "stets bemüht" kann man ihnen nicht unterschreiben.
Eine der Vorspeisen, Datteln im Speckmantel (3,90 €) wurde so dermassen verkohlt serviert, dass einige der vermeintlichen Datteln eher an Kakerlaken oder im besten Fall an Kohlstückchen erinnerten. Wenn der Küche das Aussehen der Speisen so egal ist, sollten wenigstens die Kellner darauf achten. Die Currywurstscheibchen in hausgemachter Sauce (3,90 €) waren tadellos -aber was will man bei 'ner gekauften Wurst auch groß falsch machen-, mein Handkäse "Punk" (5,30 €) kam allerdings ein eher harter Brocken (kein Vergleich zum Klabunt) daher, das Chiliöl war in keinster Weise pikant und die auf der Karte angekündigten Peperonis glänzten durch gänzliche Abwesenheit.
Bei den Hauptgerichten wurde es nicht besser. Der Salat Prince mit Hähnchenspiess (13,40 €) schmeckte durchaus nicht schlecht, aber mein Onkel pickte eher unbegeistert in seinem lauwarmen Schweinefilet vom Grill (14,50 €). Das Fleisch des Geschnetzelten (kein Preis, da nicht auf der Karte online) war geschmacklich tadellos, aber zäh und auch zu kalt, der Cheeseburger (11,90 €) wurde genau wie die Datteln schuhsohlentot gebraten und auch hier waren die Pommes nur noch lauwarm. Mein Semmelknödel mit Pilzragout (11,90 €) war ebenfalls geschmacklich völlig okay (und natürlich auch nicht mehr warm), aber nicht so wirklich fluffig. Es mangelte komplett an Sauce, was das ganze zu einer ziemlich schuckresistenten Geschichte machte und der obenauf garnierte Rucola befand sich schon hart an der Grenze zum welk sein.
Das abschließende Desserttrio (12,90 €) mit unspektakulärem Mousse au Chocolat, das mehr an Eis erinnerte, gebackenen Apfelringen, die wirklich sehr fein waren, und Crème Brülee von der Haselnuss, das absolut okay schmeckte, war der krönende Abschluß.
Insgesamt hat uns zu fünft der Abend knapp 160,00 € gekostet - ein stolzer Preis für unterdurschnittliches Essen, Service, Gemütlichkeit.


Fazit: Wenn das beste Essen in einem Restaurant nicht viel besser als "okay" ist, heißt das einiges. Besser als verhungern ist es hier alle mal. Aber das war's auch. Das Essen ist von vorne bis hinten nicht empfehlenswert (vor allem für die Preise!). Wer einen etepetete-Laden auf der Fressgass' aufmacht, sollte nicht sein ganzes Geld in die Inneneinrichtung buttern, sondern sich lieber um anständiges Personal und noch wichtiger: einen fähigen Koch!! kümmern.

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