Freitag, 17. Januar 2014

Portrait: The Danboru-Project

(c) The Danboru-Project
Ein trauriges Kartonwesen betrachtet die Skyline aus der Ferne, ein anderes hat sich in der Waschmaschine verirrt und ein drittes steht hilflos auf einer überdimensional wirkenden Rolltreppe. Das Danboru-Project ist ein Projekt von dem in Frankfurt lebenden Photographen Chris Heinrichs. "Danboru lebt von der bewussten Wahrnehmung unserer Umwelt", erklärt er den Grundgedanken. Schon seit längerem schwebte ihm vor, seine Paketmännchen auf Reisen zu schicken. Anfang diesen Jahres setzte er seine Idee um.

Danbos nennen sich diese Figürchen aus Pappe (daher auch "Danboru", japanisch für Karton) und stammen ursprünglich aus der Mangaserie "Yotsuba&!". Der japanische Ableger von Amazon stellt die Papproboter als eine Art Maskottchen her. Im Internet gibt es inzwischen zahlreiche Photoblogs, die Danbos thematisieren. Makrophotographie nennt sich diese Disziplin, bei der der Fokus auf winzigen Dingen wie beispielsweise Insekten liegt. Auch Chris Heinrich ließ sich davon inspirieren. "Mein Projekt lebt von der bewussten Wahrnehmung unserer Umwelt", erläutert der Pädagogikstudent, der die Welt aus der Sicht der Kinder darstellen möchte. Erwachsene sollen dazu angeregt werden, eine andere Perspektive einzunehmen und sich in die Rolle des Danbos hineinzuversetzen. "Die Leute sollen eine kleine Handlung um das Bild spinnen und sich fragen, was vor der Situation passiert sein könnte und was danach." Entsprechend wirken die Bilder, als seien sie einer Geschichte entnommen. Heinrichs lässt seine kleinen Papproboter mit der Umwelt verschmelzen, um Realitätsnähe zu erzeugen.
(c) The Danboru-Project

Die Amazon-Aufschrift stellt für ihn weder Konsumkritik noch Werbung für das Unternehmen dar, sondern ist eher dem Zufall geschuldet. Danbo ist im Grunde wie ein Paket, das sich auf einer langen Reise befindet. Deswegen wird er zukünftig nicht nur in Frankfurt, sondern weltweit unterwegs sein.

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