Montag, 6. Januar 2014

Veranstaltungstipp: Das Baskenland - Lichtblicke im Friedensprozess (Update)

Wann? 19. Januar, 19:00 Uhr
Wo? Club Voltaire
Wieviel? Umme, aber gerne Spenden


Wer in Deutschland das Stichwort "Baskenland" hört, hat sofort das Wort "Terrorismus!" auf der Zunge. Dabei ist das Baskenland landschaftlich, kulturell, gastronomisch wunderschön (nein, ich bin nicht objektiv) und inzwischen kann man auch in der Öffentlichkeit wieder über Politik diskutieren. Das große Tabuthema, das nur in den eigenen vier Wänden erwähnt wird, ist und bleibt aber die ETA. Die Angst, dass falsche Ohren etwas hören könnten, ist immer noch groß. Die ETA selbst ist aber nach Expertenmeinung am Ende. Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist schon lange dahin, Geld und Waffen nicht mehr zu besorgen und gleich zwei Länder sind hinter ihr her - neben Spanien auch Frankreich. Nachdem vor anderthalb Jahre eine endgültige Waffenruhe verkündigt wurde, ist es still geworden um die Terrororganisation. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass sie schon öfter einen Waffenstillstand ausgerufen hat, die Pause aber zur Reformierung nutzte und den Stillstand mit einem neuen Anschlag beendete.
Ende des letzten Jahres meldete sich eine Organisation, die sich um die Bedürfnisse der politischen Gefangenen des Baskenlands kümmert, zu Wort: Man würde anerkennen, dass man Leid verursacht habe und sei bereit zum Dialog mit der Regierung.
Eine der politischen Strategien, die ETA zu schwächen, besteht darin, die festgenommenen Mitglieder so weit wie möglich vom Baskenland entfernt hinter Gittern zu bringen - Sevilla, Kanarische Inseln, Paris. Das gehört zu den vielen Sachen, die von verschiedenen Organisationen angeprangert wird. Außerdem entspricht es der Tatsache, dass Etarra oder auch vermeintliche Etarra von der spanischen Polizei nicht gerade sanft behandelt werden. Im ganzen Land herrscht ein (latenter) Rassismus gegen die Basken, gegen alle.

Auf der Veranstaltung im Club Voltaire hält der Journalist Ralf Streck einen Vortrag über die aktuelle Situation im Baskenland.

Er gibt einen Überblick über die politischen Entwicklungen, Friedensbemühungen aber auch über die Schließung von Zeitungen, Folter, die Lage politischer Gefangenen etc.
Und die baskische Linke wird weiter mit Repression überzogen, um ein Scheitern des Friedensprozess zu provozieren. Doch das wird sie Linke nicht davon abhalten, weiter einseitige Schritte zu gehen. Sie überzeugt immer breitere Teile der Gesellschaft von der Bedeutung, das Selbstbestimmungsrecht zu erreichen, um über die eigene Zukunft frei entscheiden zu können.
...heißt es in der Ankündigung zur Veranstaltung. Diskussionen zur politischen Situation im Baskenland sind nie leicht. Beide Seiten haben so gravierende Fehler gemacht, dass es schwierig ist, eine neutrale Position zu beziehen. Es ist Fakt, dass die ETA rund 730 Menschen ermordete (und davon fast alle NACH Beendigung der Franco-Diktatur und der Zusprache zahlreicher Sonderrechte für das Baskenland), es ist aber ebenso eine Tatsache, dass die spanischen Politiker und die Polizei mit überzogener Härte reagieren und darunter auch andere Basken, die nichts mit der ETA am Hut haben, leiden mussten (Prügeleien auf Demonstrationen, grundlose Festnahmen, die in Folter endeten etc.). Auf der Veranstaltung im Club Voltaire wird es denke ich eine recht einseitige Darstellung geben - links (natürlich), aber vermutlich gespickt mit Verteufelung Spaniens. Wie gesagt, wer sich mit dem Thema beschäftigt hat, kann kaum neutral bleiben. Aber es könnte sich eine interessante Diskussion entwickeln.

Live-Musik gibt es von Esne Beltza aus Gipuzkoa, die Ska- und Reggea-lastige Musik machen.


Update: Die Veranstalterin Carolin Breinker hat mir zwei Links zugeschickt:

Zum einen gibt es hier einen inhaltlichen Überblick
Und hier ein bißchen Musik von Esne Beltza
 




Die Flyer zur Veranstaltung

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